Online vs. Print?

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Viele prophezeien den kompletten Untergang des Print-Mediums und dichten ihm bereits heute etwas Antiquiertes an.
Betrachtet man die Budget-Verschiebungen, wird dieser Eindruck erhärtet und untermauert. 2013 werden die eingesetzten Budgets für online zum ersten mal in der Geschichte die des Prints übersteigen (vorausgesetzt die Majas haben sich doch verrechnet)

Es gibt unzählige Vorteile des digitalen Mediums gegenüber dem gedruckten. Daran besteht kein Zweifel. Wesentlich schnellere, einfachere und kostengünstigere Publikationsmöglichkeiten sind nur einige der Vorteile. In Zeiten in denen etwas das am Morgen geschah, Abends schon nicht mehr aktuell ist, spielt online seine Stärken aus. Echtzeit Aktualisierung und sofortiger Ersatz.

Die New York Times, eine der größten Zeitungen der Welt, plant in naher Zukunft die Abschaffung seiner gedruckten Zeitung und steigt auf rein digitale Ausgaben um. Dies ist ein unmissverständliches Signal, besonders wenn es von einer der wichtigsten Zeitungen kommt.

Aber und daran glaube ich, auch in den Zeiten des digitalen Standards und des massiv rückgängigen Print-Volumens, bleibt das gedruckte Medium schlicht und einfach unerlässlich. Keine andere Mediengattung, ausgenommen TV, erreicht so große Markenerinnerung, wie Print. Das gedruckte Wort und Bild wirken langfristig, sie entwickeln erwiesener Weise sehr starke Depotwirkung. Wer schreibt, der bleibt.

Print kann auf einer Seite keine 100 Themen behandeln und abarbeiten aber Print hat etwas das digital nicht hat: Charme, Reife & Charakter.
Die Darstellung und Vermittlung von Inhalten geschieht auf einer ganz anderen Ebene. Ein Magazin wie der SPIEGEL und viele andere Magazine und Zeitungen weltweit bestechen allein durch ihre Grafik. Zu Titeln von Print-Publikationen und ihrer Wirkung gibt es bis heute kein Pendant in der Online-Welt. Darin liegt der Grund, warum es Print neben den digitalien Medien noch lange geben wird.

Ich halte es für falsch digitale Publikationen als 100%igen Ersatz von Print zu sehen. Vielmehr müssen hier die Synergien stärker herausgearbeitet und ein stimmigeres Zusammenspiel koordiniert werden. Es gibt nicht nur on – und offline. Es sollte darum gehen, die besten Eigenschaften einer jeden Gattung zu kombinieren, ohne eine aufgrund aktueller Trendentwicklungen abzubauen oder gar auszuschließen.

Print rockt (nach wie vor) !

 

16 Gedanken zu “Online vs. Print?

  1. Ich kann mich nur anschließen. Ich persönlich glaube auch nicht, dass die Printmedien zu 100% von den Onlinemedien verdrängt werden können. Wenn ich zum Beispiel Informationen haben will, benutze ich oft das Internet. Aber wenn ich dann doch mehr in die Tiefe einer Thematik eindringen will, greife ich zu gedruckter Fachliteratur.

  2. Danke für den interessanten Artikel, hat mir echt gut gefallen! Torben hat schon recht, ich denke Printmedia wird sich auch in zukunft nicht wegdenken lassen!

  3. Ich denke, dass gerade die Lebensmitteldiscounter auch in den nächsten Jahren nicht auf die Printwerbung verzichten können. Dieser Bereich betrifft ja auch viele ältere Menschen, die vermutlich nicht alle mit Handy, Laptop, Tablet-PC oder ähnlichem ausgestattet sein werden.

  4. Es kommt immer auf den Bereich und dem Ziel der Werbemassnahme an.
    Die großen Lebensmitteldiscounter schalten fast täglich Printwerbung, und retten damit wohl viele Zeitungen.
    Nur so ist es möglich direkt am jeweiligen Tag viele Kunden zum Kauf der “Sonderangebote” zu bewegen. Viele suchen ja nicht im Web nach den Angeboten des Supermarkts um die Ecke.

  5. Ich glaube der Trend geht jedoch wieder zum handfesten Marketing in Kombination zum Online Marketing. Bei Facebook wird man ja mittlerweile überrollt von Anfragen und Einladungen. Da geht eine solche Botschaft auch schnell mal unter.

  6. Ich denke es kommt auf die Zielgruppe an:
    Wenn man ein jüngeres Klientel ansprechen will würde ich auf Onlinewerbung als Zugpferd setzen. Print würde ich natürlich nicht auslassen denn der Mix macht es. Folglich: 70% in Onlinewerbung & 30% in Printwerbung investieren.
    Ist die Zielgruppe dann aber über 50 empfiehlt es sich in 70 % Printwerbung und 30 % Onlinewerbung investieren.

    Egal bei welcher Zielgruppe Printwerbung wird nicht aussterben auch wenn der Anteil in Zukunft etwas geringer wird.

  7. Ich habe immer wieder mit Kunden zu tun, die zum ersten Mal online werben wollen und man benötigt am Anfang immer eine Menge Überzeugungskraft. Unwissenheit und Zweifel spielen eine große Rolle. Viele haben sich bisher auf Print verlassen und scheuen den ersten Kontakt mit dem Internet.

  8. Ich glaube eine Einladung per Post oder eine persönliche Übergabe hat immer noch eine andere Gewichtung als eine Mail oder ein Banner. Im digitalen Zeitalter kommt es schnell zu einer Reizüberflutung und man nimmt Dinge nicht mehr so wahr. Egal ob unwichtig oder wichtig…

  9. Sicherlich ist es mittlerweile schick, alles online zu vermarkten und bekannt zu machen. Meiner Meinung nach, wird es mittlerweile jedoch etwas übertrieben. Wirklich jeder und alles wird über die Sozialen Netzwerke wie Facebook beworben. Manchmal bin ich daher schon sehr positiv angetan, wenn ich eine Einladung oder Flyer per Post und nicht per Mail bekomme.

  10. Auch ich stelle diesen Trend immer mehr fest. Man muss sich doch nur mal ansehen, wie groß die Reichweite über soziale Netzwerke wie Facebook ist. So viele Menschen wie man dort direkt erreicht, so viele Plakate kann man gar nicht drucken. Außerdem steht der Aufwand für Plakate fast in keinem Verhältnis. Entwerfen, Aufhängen, Abhängen… dies geht alles viel schneller über das Netz.

  11. Meiner Meinung nach ist ein Zusammenspiel zwischen Online und Print der richtige Weg! Wenn man sich anschaut was Neckermann da macht, da bekommt man doch nur das grauen. Optimal wäre es doch, durch den Katalog die Kunden auf den Webshop zu leiten. Die Katalogwirkung hat Neckermann zu sehr unterschetzt und einen zu rasanten Umbruch vollzogen.

  12. Zur Online-Print-Situation kann ich nur sagen: Es hängt eben auch viel vom Inhalt der jeweiligen Zeitschrift ab, ob sie sich vom Internet den Boden unter den Füßen wegziehen lässt. Ich will das mal an folgendem perönlichen Beispiel verdeutlichen: In den Neunzigern holte ich mir jeden Monat eine bestimmte Filmzeitschrift und eine bestimmte Sportzeitschrift. Beide waren damals meine wichtigsten Infoquellen. Während die Filmzeitschrift aber zunehmend an Substanz verlor und man ihr bald anmerkte, dass sie im Konkurrenzkampf mit dem Web hoffnungslos hinterherhinkte, punktete die besagte Sportzeitschrift stets durch persönliche Stellungnahmen und Insiderwissen, die man im Internet so nirgends findet. Heute lasse ich die Filmzeitschrift längst links liegen, denn sie bietet mir nichts mehr. Überfliege ich mal am Bahnhofskiosk die Artikel und Reviews, dann denke ich mir nur: “Das weiß ich doch alles schon. Das habe ich doch alles schon auf Filmseiten im Web gelesen.” Bei der Sportzeitschrift hingegen staune ich bis heute Monat für Monat über persönliche Anekdoten und kritische Analysen. Der Kauf ist für mich weiterhin Pflicht. Meine Schlussfolgerung: Content is king – gerade auch im Printbereich. Eine gehaltvolle Zeitschrift kann im Online-Zeitalter überleben.

  13. Ganz ehrlich – ich komme aus der Print-Welt und bin altgedienter Redakteur. Online bietet wirklich viele spannende Elemente und macht es gerade für unabhängige Einsteiger sehr verlockend. Aber die Unabhängigkeit hat auch ihre Schattenseiten. Kann nicht behaupten, dass alles Gold ist, was von weitem glänzt…

  14. Emotional stimme ich Euch beiden und dem Autor auf breiter Front zu. Aber … Ich sehe hier einen entscheidenden Punkt, der die ausgestrahlte Gelassenheit nicht recht zur Situation passen lässt. Gedruckte Medien sind etwas sehr, sehr Schönes. Über den Gehalt dieser sind wir uns alle einig. Der Konsument kauft Sie aber nicht mehr, weil sie ihn nicht genug entertainen. Die Auflagen sinken rapide. Jetzt kommt der große Haken. Drucksachen sind nur billig, wenn die Auflagen groß sind. Sinken die Auflagen schnellen die Preise enorm in die Höhe. (Als Beispiel nehme man die Preise von Büchern oder Zeitschriften in kleiner Auflage.) Große Firmen wie Heidelberg sterben aus, was die Preise zusätzlich antreibt. Die Folge: Gedruckte Medien werden sich zu Liebhaberstücken entwickeln, die sich der besser verdienende Teil der Gesellschaft noch leisten. Ich würde mir wünschen, dass sich auf breiter Front eine Kampanie ‘pro print’ etabliert um diesen Aussterben zu verhindern. Druckmaschinen finanzieren sich nicht durch kleine Auflagen. Der Branche wird es ergehen wie der Filmbranche nach Einführung der Digitalkamera. Sie stirbt und keiner wird es bemerken …

  15. Stimme dir vollkommen zu. Erinnert mich auch direkt an das Rieplsche Gesetz ;) “kein Instrument der Information und des Gedankenaustauschs, das einmal eingeführt wurde und sich bewährte, [wird] von anderen vollkommen ersetzt oder verdrängt.”

  16. Das ist wohl ein interessantes Thema. Ich bin auch der Meinung, dass Online Ausgaben mehrere Vorteile haben: Volumen, Aktualität usw, wie Sie es erwähnt haben. Sie können aber gedruckte Zeitungen und Magazine nicht ersetzen, besonders wenn es um Magazine geht, die einmal pro Monat erscheinen. Warten auf die nächste Ausgabe, Geruch des frisch gedruckten Papiers… es hat etwas Zauberhaftes in sich….

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